Arbeitsgruppe Dr. Stefan Nessler

Ausgehend von histopathologischen Charakteristika entzündlicher Entmarkungserkrankungen wie der multiplen Sklerose (MS) oder der Neuromyelitis optica (NMO) entwickeln oder verbessern wir Tiermodelle mit dem Ziel, die pathogenetische Bedeutung einzelner Zelltypen und Moleküle für die jeweilige Erkrankung besser zu verstehen. Methodisch werden insbesondere zellspezifische Knockout-, Reporter- und transgene Mausmodelle verwendet. Immunologische Analysen stellen die Basis unserer Untersuchungen dar.

Kürzlich konnten wir zeigen, dass humane Mikrogliazellen bei genetisch bedingten Entmarkungserkrankungen bereits vor der Entmarkung geschädigt sind (Bergner et al., 2019). In Kooperation mit der Arbeitsgruppe von Prof. Marco Prinz wurde das Transkriptom von Mikrogliazellen auf Einzelzellniveau in Tiermodellen und bei MS Patienten charakterisiert (Matsuda, Sankowski, Staszewski et al., 2019). Wir konnten außerdem nachweisen, dass inflammatorische Monozyten in kortikalen MS Läsionen vorkommen und für die kortikale Entmarkung in Tiermodellen essentiell sind (Lagumersindez-Denis, Wrzos, Mack et al., 2017). Mit dem Transfer von monoklonalen Aquaporin-4 Antikörpern, die aus Plasmazellen von NMO Patienten rekonstruiert wurden, gelang es uns im Tiermodell, den Astrozytenverlust und damit das wesentliche Charakteristikum der humanen Erkrankung NMO zu reproduzieren (Bennett et al., 2009).

Diagnostisch bieten wir den Nachweis von MOG- oder AQP4 Antikörpern im Serum von Patienten mittels zellbasierter Assays an.

Kontakt

Arbeitsgruppenleiter

Dr. med. Stefan Nessler

Kontaktinformationen

Das könnte Sie auch interessieren

Folgen Sie uns